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(1) “Allow the inner knowing to emerge!”, Brian Arthur - “eminent thinker” und mit High Tech Economy beschäftigt - befragt von Claus Otto Scharmer im Rahmen seines Projektes “Dialogue on Leadership” am Massachusetts Institut of Technology. (zitiert nach: Trigon Themen 2/02):
Traditionen des Innehaltens und intuitiven Handels scheinen langsam Einzug zu nehmen in das Feld der Unternehmensführung: “Entschleunigung”? Auch die Zeitschrift “Stern” hat schon mal entsprechend getitelt (3. Juli 2003). Scharmers neuer Ansatz des “Presencing” mutet an wie eine Zeitreise: Die Gegenwart von einem Ort in der Zukunft zu betrachten. Dies erreiche man durch eine Schärfung der eigenen Wahrnehmung, eine Umwendung des Denkens, Fühlens und emotionalen Reagierens. “Faszinierend”, würde wohl Mister Spok vom Raumschiff Enterprise dazu bemerken.
Üblich sei, die Zukunft nach unseren Erfahrung aus der Vergangenheit zu planen. Das aber reiche nicht aus, so Scharmer, denn dabei komme nichts Neues heraus.
Die Geburt des Neuen - die Emergenz, das hochwertige Lernen - ist mir bekannt als Intuition, erhellender (luzider) Moment, im spirituellen oder mystischen Sinne auch als Eingebung oder gar als Erleuchtung. Ich denke an Hermann Hesse, Siddhartha, 1919-1922. Zeitgemäss haben wir es heute mit einer Anleihe aus der Zukunft zu tun. Das erinnert mich nicht nur an die “Enterprise”, sondern auch an das “Tao der Physik” (Capra, erstmals 1975 veröffentlicht), an Einsteins Relativitätstheorie (seit 1905), die Quantenphysik.
“Auf der subatomaren Ebene existiert Materie nicht mit Sicherheit an bestimmten Orten, sondern zeigt eher eine >Tendenz zu existieren<, und atomare Vorgänge laufen nicht mit Sicherheit zu definierten Zeiten und auf bestimmte Weise ab, sondern zeigen eher eine >Tendenz zu erscheinen<.” ( Capra, 1884) Die Quantenphysik bezeichnet das als “Nichtlokalität”. In dieser Welt der “Wahrscheinlichkeiten”- jenseits von Ort und Zeit - treten die “Zusammenhänge” in den Vordergrund.
Das Prinzip des Innehaltens ist kein neues Konzept, nur der Zweck hat sich vielleicht ein wenig erweitert. Die Gestalttherapie zum Beispiel und ihre “Kunst der Wahrnehmung” (Perls, 1951; Stevens, 1971) hatte ganz im Stile eines Brian Arthur (s. o.) auf die Gegenwart gesetzt: “Hier und Jetzt”. Und nun kommt der Mega-Perls? Transzendiert die “Geistesgegenwart” in Richtung Zukunft? Cool!
Manchmal kann es aber doch nicht schaden, auch aus der Vergangenheit zu lernen: Sich zu erinnern - und sei es nur, um nicht neu zu erfinden, was man nur vergessen hat.
“Das Gedächtnis ermöglicht die Stabilisierung von Identität (...) auf der Grundlage von Memoration, die ihrerseits Antizipation möglich macht. Menschen werden so zu ´Zeitreisenden` , können unterschiedliche Sozialwelten aufsuchen, können in einer gegebenen Gegenwart Geschichten der Vergangenheit erzählen und Zukunftspläne schmieden.” (Petzold,1993)
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